… und die Bronzemedaille noch dazu!

Die 49. Internationale Chemieolympiade in Nakhon Pathom (Thailand) hatte sich das selbstbewusste Motto gegeben: „Bonding the world with chemistry“. Nun fand sie vom 6. bis 15. Juli statt und ist auch für unsere beiden Thüringer Teilnehmer Franz Seckel und Johannes Günzl erfolgreich zu Ende gegangen. Alle vier deutschen Mannschaftsmitglieder (siehe Foto) kamen mit einer Bronzemedaille nach Hause, Respekt und Gratulation zu dieser Leistung!

Wer Johannes und Franz kennt bzw. sie im einjährigen Auswahlverfahren kennenlernen durfte, wird beipflichten: die beiden sind mitnichten nur versiert in Chemie, ihre Interessen sind sehr vielfältig, ihr Auftreten souverän, sie sind sprachgewandt und sogar mehrerer Fremdsprachen mächtig (Englisch, Französisch, Latein, Schwedisch). Umsomehr überrascht, wie die Thailändische Wettbewerbsumgebung und vor allem aber die insgesamt 295 Mitstreiter aus 76 Nationen auf sie wirkten. Da schwingt richtig Ehrfurcht mit, wenn Johannes erzählt, wie sie als deutsche Delegation auftraten und sogar die Hymne übten, wie Gastgeschenke zum Tausch knapp wurden, wie selbst das bereits gewohnte Klausurschreiben mit besonderem Herzklopfen stattfand.

Argentinien, Armenien, Australien, Österreich (Austria), Aserbaidschan, Weißrussland (Belarus), Belgien, Brasilien, Bulgarien, … die alphabetische Liste der 76 Nationen ist tatsächlich beeindruckend lang. Und allen ist man in diesen zehn Tagen irgendwie begegnet, sei es bei den offiziellen Empfängen, sei es bei den Klausuren oder im Labor, mal als Tischnachbar beim Essen, mal abends im Hotel oder mal im selben Bus. Und dann sind noch die Eindrücke der gemeinsamen Ausflüge, dass jeder eine Reispflanze setzte, man Paläste und Regentensitze bestaunte, auf Souvenirjagd ging und sich von Elefanten nassspritzen ließ. So viele Eindrücke, so viele Kontakte, so viele Erinnerungen!

Nein, etwas genauer betrachtet, es muss keineswegs wundern, dass die beiden tief beeindruckt von dem Erlebten sind. Es ist wirklich sehr groß, wenn Menschen so vieler Nationen in fairen Wettstreit treten und dabei Einigkeit herrscht und jeder die Leistung des anderen anerkennt und schätzt. Johannes hat etwa fünfzig Unterschriften auf seinem Laborkittel gesammelt, alle querbeet, manche mit einer Widmung. Und wie er mir das zeigte, so beeindruckte es mich fast mehr als seine Medaille, denn es vermittelte einen Eindruck von dieser besonderen Stimmung, von dem Miteinanander über Ländergrenzen und Kulturen hinweg, von dem, was mit dem Motto „Bonding the world with chemistry“ gemeint sein könnte.